Pressemitteilung:
„Nicht abtauchen, sondern anpacken!“ – Wie Opfer Hilfe erlangen
AsF und Jusos in der StädteRegion starten Informationskampagne gegen K.o.-Tropfen
Immer öfter geraten in jüngster Vergangenheit Fälle an die Öffentlichkeit, in denen Menschen durch sogenannte K.o.-Tropfen unbemerkt in einen willen-und hilflosen Zustand versetzt wurden, um anschließend Raub- oder Sexualdelikte an ihnen zu begehen. Insbesondere im Umfeld von Diskotheken wurde eine erhöhte Fallzahl gerade bei weiblichen Opfern festgestellt. Aus diesem Grund startet die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Aachen gemeinsam mit der AsF Kreis Aachen, den SPD-Ortsvereinen Aachen-Mitte und Ponttor, den Jusos Stadt und Kreis Aachen sowie der Juso-Hochschulgruppe jetzt die Informationskartenaktion „Leitfaden für Freunde“. Ziel der Aktion vor und in Diskotheken der StädteRegion Aachen wird es sein, das Bewusstsein für die Gefahr von K.o.-Tropfen so zu schärfen, dass durch Kenntnis der notwendigen Handlungsabläufe den Opfern schnell und umfassend Hilfe geleistet wird.K.o.-Tropfen sind Substanzen, die ahnungslosen Frauen und Männern heimtückisch ins Getränk gemischt werden mit dem Ziel, das Opfer wehrlos zu machen. Meistens handelt es sich bei den Tropfen um GHB. K.o.-Tropfen sind farb- und geruchslos. Meist werden die Tropfen in ein offen stehendes Getränk gegeben, so dass Betroffene sie meistens auch nicht schmecken können. Ziel sind sexuelle Handlungen – von Nacktfotos bis zu Vergewaltigungen – und Raub.
„Anfragen bei Hilfsinstitutionen in Aachen, Köln, Bonn und Bielefeld haben ergeben, dass acht bis zwölf Fälle pro Jahr in der jeweiligen Hilfsinstitution registriert werden. Die Dunkelziffer wird jedoch viel höher geschätzt“, weiß Daniela Jansen, Vorsitzende der AsF Stadt Aachen. Abhängig von der körperlichen Verfassung des Opfers, der Dosierung der Tropfen und der Kombination mit anderen Rauschmitteln (z.B. Alkohol) führt die Einnahme von K.o.-Tropfen zu motorischen Störungen, Unwohlsein und Übergeben, Bewusstseinsbeeinträchtigung sowie Gedächtnisverlust.
Aus diesem Grund haben die Verantwortlichen einen Flyer mit dem Titel „Nicht abtauchen, anpacken“ entworfen, in dem erklärt wird, wie Betroffene und Freunde sich bei einem K.o.-Tropfen-Verdacht so verhalten, dass das Opfer best- und schnellstmögliche Hilfe erhält. Da K.o.-Tropfen sehr schnell vom Körper abgebaut werden, sollte möglichst direkt eine Blut- und Urinprobe entnommen werden. Diese Flyer verteilen AsF und Jusos am Samstag, 28. Januar, ab 20 Uhr in der Aachener Pontstraße und Diskotheken, z.B. im Berks in Würselen, an junge Erwachsene. Zusätzlich zu der Informationskarte wird es außerdem von AsF und Jusos finanzierte „Spikies“ geben, die als Flaschenschutz vor K.o.-Tropfen dienen.
Neben der Informationskampagne setzen sich AsF und Jusos außerdem dafür ein, dass die Thematik K.o.-Tropfen in Fortbildungsseminaren des Rettungswesens sowie von Gastronomie und Sicherheitsunternehmen innerhalb der StädteRegion Aachen aufgenommen wird. Die Organisatoren werden entsprechende Infoschreiben an die betroffenen Institutionen versenden und damit das Bewusstsein für die Thematik schärfen. Denn: „Damit die Verabreichung von K.o.-Tropfen schnellstmöglich nachgewiesen und damit den Opfern geholfen wird, ist es wichtig, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen“, so Daniela Jansen.
Weitere Informationen zur Kampagne gibt es auch im Internet unter: www.ko-tropfen.jusos-aachen.de.

